Die Ohnmacht des Aufschiebens und wie ein Coaching uns helfen kann unseren Schweinehund in einen Motivator zu verwandeln.

Die Ohnmacht des Aufschiebens – die innere Bremse unseres „Schweinehunds“

Wir Menschen verhalten uns manchmal wirklich seltsam. Wir wollen etwas erreichen und trotzdem verschieben wir das, was wir dafür tun müssten immer weiter nach hinten. Wirklich Sinnhaft ist das nicht und dennoch schieben wir Handlungen immer weiter auf. Leider hat das oft zur Folge, dass wir nicht nur unsere Ziele verfehlen, sondern anfangen an unseren eigenen Fähigkeiten zu zweifeln. Viele Teilnehmer mit denen wir im Einzelcoaching arbeiten, haben bestimmte Tätigkeiten, Erledigungen o.ä. so lange aufgeschoben, dass sie gar nicht mehr wissen, wie sie Dinge angehen sollen. Das reicht bis zu einem Punkt an welchem Selbstzweifel und Überforderung ein Gefühl der Ohnmacht folgt.

PerZukunft
[1] - die innere Bremse unserer Schweinehunde

In dieser Hinsicht ist unser so genannter ‚innerer Schweinehund‘, der Hüter unserer Hemmnisse der Gate Keeper für unsere Komfortzone. Alles was außerhalb dieser Zone liegt scheint schwierig oder unmöglich zu erreichen. Unserer angestammten und leicht zu überblickenden Komfortzone dagegen macht den Eindruck viel sicherer zu sein. Der hier zugrunde liegende Mechanismus, ist zumeist die Vermeidung negativer Emotionen. Unsere Urinstinkte geben uns vor positive Erfahrungen zu wiederholen und negative zu vermeiden. Wir wollen tun was uns glücklich macht und lassen was uns negative Emotionen beschert. Erstmal logisch.

Aber warum machen wir dann nicht genau das, was uns an unser Ziel führt, dann müssten wir uns doch viel besser fühlen als immer wieder das Gefühl des Scheiterns durchleben zu müssen?

Ganz so einfach ist es dann leider doch nicht. Es fehlt ein Aspekt, nämlich Zeit. Langfristig gesehen würde es uns glücklich machen im Beruf erfolgreich zu sein mit genügend finanziellen Mitteln, uns unsere kleinen und größeren Träume finanzieren zu können. Kurzfristig ist es allerdings schon eher unattraktiv jeden Morgen um 7 Uhr aufstehen zu müssen, täglich dem Chef ausgesetzt zu sein, der wohlmöglich noch Fehler in unserer Arbeit kritisieren, alles was unangenehm, frustrierend oder schmerzliche Emotionen auslösen könnte. Das Hirn möchte sich der Angst vor negativen Erfahrungen dringend entledigen und lieber den Status quo erhalten. Wir können uns ja auch mit einem Stück Kuchen, statt mittels Arbeitseinsatz Glücksgefühle verschaffen und dabei in unsere Komfortzone bleiben, wo wir alles unter Kontrolle hätten. Das reicht zumindest vorerst um die Dopaminausschüttung anzukurbeln. Langfristig führt es allerdings zu Stagnation und noch größerer Frustration, wenn der Status Quo bleibt wie er ist und wir uns immer weiter im Kreis drehen. Das Ziel rückt in immer weitere Ferne oder wird komplett aus den Augen verloren.

Fazit, wir schieben Dinge auf, von denen wir Unangenehmes erwarten oder von denen wir nicht wissen ob Unangenehme Situationen entstehen könnten. Sprich, unbekannte, unsichere oder manchmal auch unangenehme Situationen sind meist die Situationen die wir aufschieben, aber meist leider auch die Situationen, die uns näher an unsere Ziele bringen und vor dem Ohnmachtsgefühl bewahren können.

Coaching als Weg zur Selbstbefähigung – Bremsen lösen, Komfortzone verlassen.

Wie kann das Einzelcoaching helfen diesen Kreis zu durchbrechen und Teilnehmern ihre eigene Fähigkeit, selbstwirksam zu handeln, aufzeigen.

  1. Herausfinden was einen zurück hält und Grund der Ohnmacht erkennen.
    Zuallererst, muss es darum gehen, zu verstehen was einen selbst zurückhält. Welches Verhalten zu Unangenehmem oder Misserfolg geführt hat, was vielleicht ursprüngliche Pläne, Träume oder Lebensentwürfe waren und welche oft nicht nur mentalen, sondern auch physisch realen Hindernisse den Weg zu unseren Zielen blockiert. Biographiearbeit und Gespräche, über für viele Menschen erstmal belanglos erscheinende Befindlichkeiten, sind der Schüssel um differenziert sagen zu können wo die Komfortzone anfängt und endet und welche Befürchtungen Menschen zurückhalten diese Zone zu verlassen.

  2. Die Hürde des Anfangens gemeinsam nehmen
    Oft ist es ein großer Berg an angestauten unerledigten Aufgaben und Pflichten oder einfach die Angst vor Fehlern, die uns zurückhält den ersten Schritt zu machen und in unserem Leben aufzuräumen. Wir erwarten von dem ersten Schritt, dass eine Lawine an weiteren Obligationen uns überrollen könnte, für welche wir nicht gewappnet sind oder dass wir an Hürden scheitern und dies uns einen Grund bietet an uns selbst zu zweifeln. Etwas nicht zu tun ist dann eine Lösung mit welcher wir uns vor diesem Gefühl bewahren können. Im Coaching können wir die persönliche und soziale Situation erfassen, Hindernisse und Ressourcen zusammen einordnen und Schritte zu Reduzierung der Hindernisse einleiten. Das wichtigste hier ist, dass Teilnehmer nicht mehr allein vor ihren Hemmnissen stehen und den Anfang zusammen mit den Coaches machen können.

  3. Die eigenen Fähigkeiten und Wünsch entdecken
    Wollen wir unseren inneren Schweinehund nun dazu bringen dauerhaft Dinge anzugehen und sich weiterzuentwickeln, reicht es nicht die ersten Hürden zu nehmen und dann die Kontrolle wieder an die äußeren Umstände abzugeben. Selbst aktiv zu werden bedeutet selbst bis zu einem gewissen Grad kontrollieren zu können wie sich das eigene Leben entwickelt. Damit sich das mit dem Leben kontrollieren nun auch wirklich klappt sollten wir die Blinkrichtung auf eigenen Stärken und Fähigkeiten richten. Lernen wo unsere Stärken liegen und wie wir sie richtig Einsätzen um irgendwann dort anzukommen wo wir hinwollen. Ohne zu wissen was die eigenen Fähigkeiten und Wünsche sind wäre praktisch so, wie ohne Orientierung durch Berlin zu laufen und in immer neuen unbekannten Straßenzügen zu landen. Nachdem wir die eigenen Fähigkeiten und Wünsche analysiert haben, können meist klarere Ziele formuliert werden. Zusammen mit den Coachees können wir sozusagen einen Stadtplan entwickeln der uns unser Ziel aufzeigen kann. Diese Klarheit ist in den Meisten Fällen der Schlüssel zu selbstbestimmtem Handeln, Selbstverantwortung und schlicht der Fähigkeit sich einen Fahrplan für die Zukunft anzulegen.

  4. Pläne schmieden
    Durch Eindeutigkeit von Richtungen in welche wir uns bewegen wird es oft leicht konkrete nächste Schritte abzustecken. Natürlich will auch Planung gelernt sein und bedarf Realitätschecks. Nach einer Ausbildung eine führende Position in einem Unternehmen anzustreben, ist ein ehrgeiziges Ziel und mit den passenden Fertigkeiten und Motivation sicherlich ein gutes. Es gibt nun allerdings mehrere Wege, die in Richtung Ziel führen aber unterschiedlich große Erfolgschancen bieten. Meist funktioniert es nicht von einem Ende unserer Berlinkarte innerhalb von 5 Minuten ans andere Ende zu hüpften, sondern es braucht verschiedene Straßenzüge, und oder Fortbewegungsmittel um am Ende dort anzukommen, wo wir hinwollen. Manchmal verfahren sich sogar einige von uns und landen erstmal an einem anderen Ort um dann erneut auf die innere Karte zu schauen und den Kurs zu korrigieren. Im Coaching haben Teilnehmer das Glück, dass Jobcoaches oft aus Erfahrung Abkürzungen oder die Begebenheiten von Straßenzügen kennen, die an dieses Ziel führen. Menschen fällt es dann leichter, sich auch auf schwierigere Abschnitte in ihrer Reise einzustellen. In jedem Fall ist ein Fahrplan, ein wichtiges Instrument, dass ein großes Ziel, was schwierig zu erreichen erscheint in machbare kleinere Einheiten aufteilen kann, was wiederum die Motivation fördert aktiv zu werden.

  5. Perspektiven wechseln, der innere Schweinehund als Motivator
    Im Idealfall sollte der Teilnehmer nach einem Coaching alle Fähigkeiten und die nötige Klarheit besitzen, sich eigene Fahrpläne zu bauen und somit aktiv die Kontrolle über das eigene Leben zu übernehmen. Zu wissen, wohin es gehen soll und zu wissen, wie man individuell dort hingelangt sind die beste Medizin seinem Schweinehund aus der Komfortzone zu holen. Sobald der Schweinehund einmal bemerkt hat, wie viele positive Gefühle außerhalb dieser Zone warten, ist er es oft, der uns dazu bringt mit neuen Gewohnheiten weiterzumachen.
Abschließend halten wir also fest: Ein Coaching kann aufzeigen welche beruflichen Ziele im Bereich des Möglichen liegen und auf welchen Wegen lähmende, in Ohnmacht versetzende Hemmnisse abgebaut werden können. Es befähigt Teilnehmer, außerhalb der Komfortzone erfolgreich zu agieren. Ein Coaching kann also unseren Schweinehund zu einem Motivator transformieren!

C. Munderloh

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